FSV Schleiz e.V.

    Von Kevin Priedemann und Frank Gerisch

    „Junge, tatenfrohe Menschen kommen zusammen, um nach des Alltags Mühe, frei von täglichen Sorgen, bei frischem, frohem Rasenspiel neue Kraft und Schaffensfreude zu finden.“ (Vgl. Schleizer Zeitung,1911).

     

     

    Im Jahre 1911

    • Gründung des „Fußballclub Schleiz“ am 8. März durch Herrn Wilfried von Stein (aus Hannover kommend)
    • erste Spielfarben: schwarze Hose u. Stutzen + gelb-schwarz und längsgestreiftes Trikot
    • von Fußballgegnern als "verrückte Idioten" bezeichnet (Empörung des Bürgertums über dieses neuartige Spiel)
    • Verbot der Teilnahme an Training und Spielen für Schüler der höheren Lehranstalten (Verbot natürlich ohne Erfolg, wurde wenig später zähneknirschend aufgehoben...)
    • erste Trainings- und Spielstätte war die Stadtwiese, welche auch für den traditionellen Wiesenmarkt inklusive Viehhandel genutzt wurde
    • erstes offizielles Spiel am 18. Juni in Schleiz gegen Zeulenroda (7 zu 6)

      (Gruppenbild des Spiels: Sportverein Zeulenroda -stehend- und FC Schleiz -kniend und sitzend-)

    • kein offizieller Punktspielbetrieb, meist nur Freundschaftsspiele gegen benachbarte Vereine
    • Gründung des FC Reuß animierte zu weiteren Vereinsgründungen in Schleiz (Edelweiß, Gymnasiasten, Wacker, Jugendkraft etc. ...) 
    • relativ schneller Untrergang der Vereine auf Grund von Geldmangel und zu wenigen Spielern

    Im Jahre 1912

    • Gründung weiterer Fußballvereine in Schleiz (z.B. „Sportfreunde Schleiz“, „Fortuna Schleiz“ etc.), die jedoch keine lange Lebensdauer besaßen
    • kein offizieller Punktspielbetrieb, meist nur Freundschaftsspiele untereinander oder gegen benachbarte Vereine

    Im Jahre 1913

    • Gründung des Fußballclub „Reuß“  Schleiz aus den Vereinen „FC Schleiz“ und den „FC Fortuna Schleiz“ am 16. Oktober
    • erstes Fußballspiele des FC „Reuß“: 1.Mannschaft gegen FC Pausa (5 zu 0) 2. Mannschaft gegen „Sportfreunde Schleiz“ (3 zu 1)  

     In den Jahren 1914 - 1918

    • kein fußballspezifischer Wettkampf, aufgrund des 1. Weltkrieges
    • 18 Spieler des Fußballclub „Reuß“ verloren im Krieg ihr Leben

    Im Jahre 1919

    • Neuaufbau und Reorganisation des Fußballclub „Reuß“ (18 gefallene Kameraden im 1. WK.)
    • Stadtwiese als Fußballplatz wurde gesperrt - äußerst schwierige Situation
    • Seminarturnplatz wurde neue Trainingsstätte (heutige Leichtathletikanlage bei der Boettgerschule)
    • erstes offizielles Spiel nach dem Krieg: FC „Reuß“ gegen Pausa (6 zu 3)
    • unhaltbare Zustände und ständige Beschwerden, Verbote und Auseinandersetzungen mit der Direktion erschwerten den Spielbetrieb
    • Fußballer ersuchten neues Sportgelände auf Grund der schlechten Bedingungen am Seminarturnplatz

    In den Jahren 1920 - 1921

    • Stabilisierung des Fußballclub „Reuß“ (Vorsitzender: Martin Thrum)
    • Beitritt zum Verband der Mitteldeutschen Ballspiel-Vereine (VMBV) → FC „Reuß“ erhält die Genehmigung zur Teilnahme am offiziellen Spielbetrieb (Dasein als "wilder" Verein wurde damit beendet.)
    • Anstieg der Mitgliederzahl auf 181 Personen
    • erste Nachwuchsabteilung durch Hans Eismann gegründet, gegen Widerstand vieler Eltern
    • Otto Schröpfer gründet und leitet das Schiedsrichterwesen ab 1921 (erste Schleizer Schiedsrichter: O. Schröpfer, W. v. Stein, M. Thrum, K. Schmidt, A. Weithaas und P. Schubert)
    • keine weiteren Angaben zum offiziellen Spielbetrieb, außer der Ligenzugehörigkeit ( Im Gau Vogtland spielten die I. und II. Männermannschaft sowie die I. Juniorenmannschaft.) 

     

    • Trainingsbetrieb auf dem "Städtischen Spiel- und Sportplatz" auf den Auwiesen für die folgenden 16 Jahre (keine Verbesserung: da sumpfiges, von Gräben durchzogenes und unebenes Gebiet)
    • Karikaturist Honig stellte auf seine Weise die Eindrücke eines Fußballspiels auf dem Schleizer Sportplatz dar:

     

    In den Jahren 1922 - 1923

    • Sinkende Mitgliederzahlen (von 183 auf 56) aufgrund eines neuen Schleizer Fußballvereins („Freie Turnerschaft“) und steigenden Mitgliederbeiträgen (5000 Mark/pro Jahr) infolge der Inflation
    • 10-jähriges Bestehen des FC „Reuß“ in Schleiz
    • keine Angaben zum offiziellen Spielbetrieb

     

    In den Jahren 1924 - 1927

    • Höhepunkt: Gewinn der Gaumeisterschaft der Juniorenmannschaft des FC „Reuß“
    • keine Angaben zum offiziellen Spielbetrieb

     

    In den Jahren 1928 - 1932

    • Krisenjahre: vermehrter Mitgliederaustritt sowohl aufgrund hoher Geldstrafe gegen den Verein als auch Bildung eines neuen Schleizer Fußballvereins („Schleizer Turnerschaft“) als auch schlechte materielle Bedingungen (kein Ball vorhanden, schlechte Wettkampfbedingungen,...)
    • Wechsel des FC „Reuß“ vom Gau Vogtland in den Gau Osterland → Verbesserung der finanziellen Lage (z.B. niedrigere Schiedsrichterspesensätze, geringere Beiträge an den Verband etc.)
    • Stabilisierung der 1. Mannschaft in der „2. Klasse der untersten Spielklasse“

    Im den Jahre 1933 - 1935 

    • Eingruppierung des Fußballclub „Reuß“ in dem neu geschaffenen nationalsozialistischen „ Deutschen Reichsbund für Leibsübungen“
    • Regimetreue des FC „Reuß“ gegenüber den Nationalsozialisten (z.B. neuer Sportgruß: „Sport Heil“, Einführung eines Wehr-und Geländesports, Anschaffung einer Klub - und einer Hakenkreuzfahne)
    • enormer Mitgliederzahlanstieg, da sämtliche Arbeiter – und Turnvereine verboten wurden
    • Erhöhung des Spielniveaus ( z.B. 4:7 gegen die Ligamannschaft von „ Sportring“ Sonneberg)
    • 20-jähriges Bestehen des FC „Reuß“:
    • „Die „Schleizer Zeitung“ berichtete unter anderem von einer feierlichen Flaggenhissung, einer Gedächtnisfeier in der Bergkirche für die im 1.Weltkrieg Gefallenen, von mehreren Fußballspielen und einer im „Heinrichstädter Hof“ durchgeführten Jubiläumsfeierlichkeit. Das Gründungsmitglied Martin Thrum wurde in Anerkennung seiner außerordentlichen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. Die Vereinsehrennadel wurde verliehen an die Mitglieder Fritz Tilp, Otto Sippel, Herbert Fischer, Hans Eismann, Erich Schreiner, Max Frank und Kurt Brendel.“ (Vgl. Hans Brendel, Chronik)
    • Belegung des letzten Platzes in der 2.Klasse (1. Mannschaft)

    Im Jahre 1936

    • August Einweihung der neuen Sportanlage - den „Reußen-Sportpark“ (Fasanengarten)
    • Sportlicher Höhepunkt: Gastspiel des 1.FC Nürnberg (2:10, Aufstellung: Tümpfel, W.Müller,                            
    • Böckel, Wetzel, O. Puff, W.Fischer, Behrendt, K.Puff, Engelke, Medefindt, Zörbel)                    
    • Einweihung des Vereinsheims „Martin Thrum“
    • Ernennung Martin Thrums zum Ehrenmitglied des FC Reuß

    In den Jahren 1937 - 1938

    • Erhöhte Einflussnahme der NSDAP auf den Sportbetrieb
    • kein normaler Spielbetrieb, Verringerung der Aktiven, da sie zur Wehrmacht eingezogen wurden, Spiele zugunsten des Winterhilfswerks oder gegen Mannschaften des Reichsarbeitsdienstes etc.

     

    In den Jahren 1939 - 1944

    • Völliges Erliegen des normalen Spielbetriebs in den Männermannschaften (z.B. Freundschaftsspiel 1941: Spiel einer gemischten Mannschaft des FC Reuß/Wehrmachtsurlaubern gegen eine Wehrmachtsvertretung aus Rudolstadt)
    • Stattfinden einiger Spiele im Jugendbereich (z.B. Freundschaftsspiel 1942: Spiele der 2. Jugend des FC „Reuß“ gegen die HJ Oschitz, gegen die „Marine-HJ“ Schleiz, gegen eine Mannschaft der Oberschule)

    In den Jahren 1945 - 1948

    • Auflösung des Sportclub „Reuß“
    • Langsamer Neuaufbau eines neuen Schleizer Fußballvereins (1945: ersten Fußballspiel zweier Schleizer Mannschaften - „Blau“ gegen „Rot“)
    • Eingliederung des Fußballsports in die „Sportgemeinschaft Schleiz“ (Spartenleiter: Kurt Brendel, Vorsitzender Spielausschuss: Martin Thrum, sein Stellvertreter: Richard Koch, Kassierer: Hans Havel, später Heinz Fleck sowie Rolf Wöllner, Ball-und Gerätewart: Erich Schreiner, Schiedsrichtervorsitzender: Otto Schröpfer, später Willy Urland; Jugendleiter: Konrad Wohlfarth, Jugendverbindungsmann zur FDJ: Rolf Kessler, Schriftwart: Hans Sokol, Übungsleiter: Hans März)
    • erste Fußballspiele: Schleiz FDJ I gegen Oschitz FDJ I und Schleiz I gegen SG Hirschberg I (2 zu 6)
    • Bildung weiterer Schleizer Mannschaften (2. Männermannschaft, Jugend) durch Kurt Brendel
    • 10-jähriges Bestehen des Sportplatz „Am Fasanengarten“
    • Durchführung der ersten Kreismeisterschaften (Mannschaften: Schleiz, Hirschberg, Wurzbach, Tanna, Lobenstein, Blankenberg, Blankenstein, Unterkoskau, Schleiz-Oschitz und Unterlemnitz) → Schleiz belegte Platz 2
    • Kreispokalsieger
    • Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksklasse
    • Neue Namensgebung des ehemaligen FC „Reuß“ in „Eintracht“ Schleiz aufgrund zentraler Weisungen der neuen Machthaber

    In den Jahren 1949 - 1951

    • Unbenennung des Vereins von „Eintracht“ Schleiz in „BSG Einheit Schleiz“ (Vorsitzender : Hermann Kralisch; 2.Vorsitzender: Herbert Militzer; Technischer Leiter: Artur Barth; Leiter für Kultur und Erziehung: Hans Gräfe; Jugendsportleiter: Gerhard Fleck; Frauensportleiterin: Gretl Sternberger; Kassierer:Friedrich Streune), da die DDR-Regierung Sportgemeinschaften zu Betriebssportgemeinschaften umzuwandeln wollte
    • Zweimaliger Kreismeister, jedoch kein Aufstieg in die Bezirksklasse

    In den Jahren 1952 - 1956

    • Kreismeister und Aufstieg in die Bezirksklasse (1. Mannschaft)
    • Erfolgreiche Platzierungen in der Bezirksklasse

    In den Jahren 1957 - 1965

    • Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga (Spieler:Himsel, Kolbe, Tens, Kießling ,Bley, Schwebs, Rabe, Dölz, Höfer, Bäßler, Jahn, Supel, Kühne, Kowarschik, Hans Grimm, Sippel, Poser, Günther Limmer und Bauer)
    • Staffelmeister der Bezirksklassenreserve
    • Staffelmeister der A-Jugendmannschaft (Übungsleiter war Günter Tilp, vorher Otto Mayer)
    • Etablierung der „BSG Einheit Schleiz“ in der Bezirksliga
    • 1961: 50-jähriges Bestehen des Schleizer Fußballs
    • 1965: Kreismeister und somit Aufsteiger in die Bezirksklasse und Kreispokalsieger unter der Leitung von Günter Tilp (2. Mannschaft)

     

    In den Jahren 1966 -1989

    • Abstieg beider Mannschaften in die nächst niedrigere Staffelsieg
    • Etablierung der „BSG Einheit Schleiz“ in der Bezirksklasse
    • 1973 Aufstieg in die Bezirksliga und sofortiger Abstieg in die Bezirksklasse
    • Gute Erfolge im Nachwuchsbereich (z.B. spielten16 Jahre die Junioren in der Bezirksliga unter den Übungsleitern Horst Hein, Horst Kühnl, Heinz Conrad, Dieter Poser, Günther Hoyer und Jürgen Renka und Karl-Heinz Mayer)
    • Umbenennung der „BSG Einheit Schleiz“ in „BSG Schott Schleiz“, aufgrund des namensgleichen ortsansässigen Betriebs (1976)
    • Umbenennung der „BSG Schott Schleiz“ in „BSG Glaswerk Schleiz“ (1980)
    • 75-jähriges Bestehen des Vereinsfußballs in Schleiz (1988)

     

    In den Jahren 1990 -1995

    • Auflösung der „BSG Glaswerk Schleiz“ und Gründung des bürgerlichen Vereins „FSV Schleiz“, aufgrund der neuen politischen Lage durch die Wiedervereinigung Dtld`s
    • Aufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga und der 2. Mannschaft in die Bezirksklasse (1990)
    • Etablierung der 1. Mannschaft in der Bezirksliga

     

    In den Jahren 1996 -2004 

    • Aufstieg der 1. Mannschaft in die Landesklasse
    • Etablierung der 1. Mannschaft in der Landesklasse
    • Landesklassenmeister der A-Junioren

     

    In den Jahren 2005 -2010

    • Abstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga
    • Etablierung der 1. Mannschaft in der Bezirksliga

     

    In den Jahren 2011-2015

    • Aufstieg der 1. Mannschaft in die Landesklasse unter Trainer Thomas Lauke
    • Aufstieg der B-Junioren-Mannschaft in die Verbandsliga
    • Abstieg der 1. Mannschaft aus der Landesklasse unter Trainer Thomas Bräunlich, welcher nach der Entlassung Laukes das Amt übernham
    • Etablierung der 1. Mannschaft in der neu geschaffenen Kreisoberliga mit einstelligen Tabellenplätzen unter Trainer Pellmann, dem späteren Aufstiegstrainer der 1. Herrenmannschaft in die Landesklasse

     

    2016

    • Doppelaufstieg beider Herrenmannschaften (2. Mannschaft von der Kreisliga in die Kreisoberliga, 1. Herrenmannschaft von der Kreisoberliga in die Landesklasse)

     

    Ein großer Dank geht an Dieter Poser, Hans Brendel, „Karli“ Himsel u.a.!!

    Anhang/Quelle: Hans Brendel, Chronik des Schleizer Fußballs.